Schlumpfenland: Planung soll jetzt losgehen

Sven Richter für das Havelland & Dallgow-Döberitz

Schlumpfenland: Planung soll jetzt losgehen

28. Juni 2018 Aktuelles Meinung 0

In der letzten Sitzung des Sozialausschusses, die am 05. Juni gemeinsam mit dem Bauausschuss stattfand, wurde unmissverständlich Druck gemacht: Der Neubau der Kita „Schlumpfenland“ (Finkenkruger Straße) soll nun doch sehr zeitnah realisiert werden. Die Verwaltung sollte dafür einen Antrag vorbereiten, der in der gestrigen Gemeindevertretersitzung vorgelegt und beraten wurde, damit die ersten Schritte in die Wege geleitet werden können.

Doch von Anfang an:
Im April teilte die Verwaltung im Sozialausschuss mit, dass bisher in den Planungen für das kommende Jahr ca. 25 Krippenkinder noch nicht untergebracht werden können. Das ist zwar keine abschließende Berechnung und momentan nicht wirklich dramatisch, weil sich die Zahlen in den nächsten Wochen und Monaten noch relativieren werden. Trotzdem machte es aber deutlich, dass die Gemeinde ein akutes Problem bekommt, sobald die Bauareale, die in Dallgow gerade entstehen, fertig  sind.
Man braucht keine Glaskugel um sicher sein zu können, dass dann weitere Kinder Betreuung in Anspruch nehmen sollen, für die entsprechende Plätze vorgehalten werden müssen. Die Planungen dafür waren eigentlich auch schon angeschoben: Die ca. 50 Kinder, die jetzt im Schlumpfenland betreut werden, sollten während der Bauphase in dem Neubau der Grundschule am Kreisverkehr umziehen. Bis 2021 sollte der Neubau stehen, den Altbau mit 46 Plätzen ablösen und dann Platz für ca. 100 Kinder (Krippe und Kita) schaffen. Das Vorhaben wurde jedoch wegen der Erweiterung von Hort und Grundschule zunächst verschoben. Jetzt wird jedoch die Erweiterung der Grundschule deutlich später fertig sein als ursprünglich vorgesehen. Daher wird das Gebäude am Kreisverkehr nicht zeitgerecht frei werden, weil es weiterhin durch die Schule genutzt werden muss. So lange kann aber auf keinen Fall mehr gewartet werden. Daraufhin konnte in einem ersten Gespräch mit den Mitarbeiterinnen der Kita und den Eltern Einvernehmen hergestellt werden, dass der Neubau auch während des laufenden Betriebes durchgeführt werden kann. Damit war eine ganz große Hürde genommen – jetzt brauchen die Kinder nicht mehr anderweitig untergebracht werden.

In der Sitzung von Sozial- und Bauausschuss wurde die Notwendigkeit der zügigen Realisierung noch einmal unterstrichen. Es wurde dringend empfohlen, dass die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt werden, damit die Planungen für den Neubau sehr zeitnah und auf jeden Fall noch in diesem Jahr beauftragt werden müssen. Dazu wurde ein Beschluss durch den Bürgermeister Jürgen Hemberger (FWG) vorgelegt.

Um die Dringlichkeit zu verdeutlichen wurde ein Änderungsantrag durch die CDU eingebracht, der zum Inhalt hatte, dass in dem Text des Beschlusses das Wort „frühzeitig“ durch „unverzüglich“ ausgetauscht werden soll. Nun initiierte der Bürgermeister eine langwierige Diskussion, weil er sich strikt gegen den Austausch des Wörtchens wehrte. Er gab zu bedenken, dass nun auch genau überlegt werden müsse ob der Neubau in Systembauweise errichtet werden soll. Keiner der anwesenden Gemeindevertreter konnte die Argumentation des Bürgermeisters nachvollziehen, weil es jetzt „nur“ um die Freigabe von 100.000€ ging, die für die Planung des Kitagebäudes benötigt werden. Hemberger wollte die Planung auch verschieben bis ein Förderprogramm des Bundes für die Errichtung von Kitaplätzen vorliegt, das „unverzüglich“ würde ihn aber unter sofortigen Handlungszwang setzen, schließlich gäbe es noch gar keinen zeitlichen Rahmen in dem die Unterstützung durch den Bund vorliegt. Wie lange er auf ein solches Förderprogramm warten wolle, konnte er jedoch nicht beantworten.

Letztlich wurden die Finanzmittel von 100.000€ für eine unverzügliche Vergabe von Planungsleistungen gegen den Willen des Bürgermeisters  durch die Gemeindevertretung freigegeben, damit bereits im kommenden Jahr der eigentliche Bau begonnen werden kann!.

„Es ist schwer verständlich warum der Bürgermeister, der selbst die Notwendigkeit des schnellen Baus der Kita sieht, jetzt unbedingt auf die Bremse treten will!? Auch ist seit der Erweiterung von Grundschule und Hort seine Sympathie für die Systembauweise derart stark gewachsen, dass er bei jeder Gelegenheit versucht davon zu überzeugen. Trotz der Hinweise von Fachleuten, dass auch in der laufenden Planung noch auf eine solche Bauweise gewechselt werden kann, hält ihn nicht davon ab immer wieder darauf zu drängen, dies sofort zu entscheiden. Auch der Versuch auf eine Förderprogramm des Bundes warten zu wollen ist kaum nachvollziehbar. Auch wenn es natürlich wünschenswert wäre, dass wir einen erheblichen Teil des Neubaus gefördert bekommen – die Zeit drängt. Zwar steht Dallgow im Vergleich zu den umliegenden Kommunen sehr gut mit der Anzahl an Kitaplätzen dar, aber das ist in erster Linie nicht dem Bürgermeister, sondern der Gemeindevertretung zu verdanken, die spätestens seit meiner Bevölkerungsprognose aus 2016 eingesehen hat, dass die tatsächlichen Zahlen anders sind als die gefühlten!“