Ministerium sperrt sich gegen Kapazitätserhöhung der RB13

13. November 2017 | Von | Kategorie: ganz aktuell

Und täglich grüßt das Murmeltier! So jedenfalls kann man sich vorkommen, wenn man morgens am Bahnhof steht und nach Berlin zur Arbeit muss. Spätestens mit der Einfahrt eines Zuges in der Hauptverkehrszeit ist auf dem Bahnsteig ein Zustand erreicht, bei dem man sich die Frage stellt ob die Menschen da auch alle irgendwie reinpassen! Es ähnelt einem Lottogewinn im Zug einen Sitzplatz ergattern zu können. Die übrigen Fahrgäste, die dieses Glück nicht hatten, müssen sich aber keine Gedanken machen, sie können völlig entspannt die Fahrt „genießen“ – umfallen geht ja nicht ..!

Das führte im Juni 2017 dazu, dass die Grünen einen Antrag in die Gemeindevertretung einbrachten, der mit Änderungen durch die CDU einstimmig beschlossen wurde. Im Kern ging es darum, dass die RB13 bis Berlin-Gesundbrunnen (bisher Jungfernheide) verlängert werden soll. Zusätzlich sollte neben der bestehenden RE4 die Strecke Berlin-Friedrichstraße bis Potsdam-Griebnitzsee wieder über Dallgow-Döberitz geführt werden. Damit sollten mehrere Ziele erreicht werden:

  1. Ein rechnerischer 20-Minuten-Takt in Richtung Berlin
  2. Eine direkte Verbindung zum Bahnhof Zoo, Friedrichstraße und Gesundbrunnen
  3. Eine direkte Verbindung zur Landeshauptstadt Potsdam

Zusätzlich wurde die Erhöhung der Kapazitäten in den Zügen gefordert. Für diese Forderungen sollte sich der stellvertretende Bürgermeister gegenüber dem Land Brandenburg, dem Land Berlin und dem VBB einsetzen.

VBB: „Ein tatsächlicher Handlungsbedarf zur Kapazitätserhöhung wird sich
ohnehin erst in den nächsten Jahren ergeben.“

Während der VBB eine Kapazitätserhöhung der jetzigen RB13 für den Betrieb ab 2022 prüfen will, hält man dort die Schaffung von zusätzlichen Plätzen zum jetzigen Zeitpunkt für nicht erforderlich (!!!). Ähnlich äußerte sich das Infrastrukturministerium in seinem Antwortschreiben und verwies auf die bereits bestehende Überlastung des Bahnhofes Spandau, der einen dritten Zug über Dallgow-Döberitz verhindern würde.

Ministerium: „Ihre Beobachtung, dass bereits heute
Kapazitätsgrenzen erreicht werden trifft zu.“

Kathrin Schneider (SPD) Infrastrukturministerin, © MIL Hoffotografen

Im September forderte ich in einem Schreiben die Infrastrukturministerin des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider (SPD), eindringlich auf eine deutliche Kapazitätserhöhung der RB13 als Sofortmaßnahme durchzuführen. Ich begründete dies mit dem Erreichen und oftmaligen Überschreiten der Kapazitätsgrenzen. Ferner gehe ich davon aus, dass damit auch eine Entlastung der RE4 einhergehen könnte – ohne dabei eine zusätzliche Belastung für den Spandauer Bahnhof zu verursachen. Während man meiner Feststellung des Erreichens der Kapazitätsgrenzen plötzlich zustimmte, werden jetzt „rechtliche und technisch-physikalische Grenzen“ angeführt. Gemeint ist damit, dass es angeblich nicht möglich sein soll passende Waggons zu beschaffen, weil diese in vielen Regionen „Mangelware“ seien!

Die Dallgower CDU wird sich mit dieser ablehnenden Haltung jedoch nicht zufrieden geben und weiter an dem Thema arbeiten!

Man muss sich schon wundern, seit Jahren wird hier in der Region der Ausbau des Bahnverkehrs gefordert und heftig diskutiert. Im zuständigen Ministerium ist jedoch seither nicht einmal angekommen, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt und daher ist es wohl auch nicht möglich zusätzliche Waggons zu beschaffen, damit die Züge verlängert und deren Kapazität erhöht werden könnte?! Ich bin gespannt wie sich das in den kommenden Jahren entwickeln wird, wenn in Elstal die verschiedensten Bauvorhaben realisiert wurden, die viele zusätzliche Fahrgäste in die Region holen werden …!
Der „Speckgürtel“ wächst seit Jahren stetig an, aber es ist nicht möglich den Zugverkehr darauf einzustellen und entsprechende Züge zu bestellen? Auf welcher Datenbasis sind eigentlich die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren prognostiziert worden – vielleicht auf denen, die auch für die abgesagte Kreisgebietsreform genutzt wurden, und nachweislich nicht stimmten? Als Dallgower bekommt man den Eindruck, dass unsere Anbindung völlig vergessen wurde. In Falkensee wird seit Jahren lautstark über die Verlängerung der S-Bahn, bzw. die Verdichtung des Regionalverkehrs gestritten, die Landespolitik mischt da ordentlich mit, aber unsere Anbindung taucht in den Forderungen kaum auf!

 

 

 

 

 

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