Erweiterung Grundschule und Hort: Was war das denn…?

9. Februar 2017 | Von | Kategorie: Neuigkeiten, Standpunkte

Der verkleinerte Entwurf des Erweiterungsbaus am bereits bestehenden Gebäude Quelle: asp | architekten sellke und partner

Eigentlich war alles gut vorbereitet, vielleicht ging es im Detail etwas schnell, aber der Gedanke war gut: Die Eltern, Lehrer und Erzieher sollten in die Erweiterung der Grundschule und des Hortes in der Steinschneiderstraße eingebunden werden. Nachdem es zuvor in der Kommunikation etwas hakte, sollten die Bedarfsträger jetzt miteinander reden – die haben zwar geredet und ein Ergebnis erzielt, aber irgendwie war dann doch alles anders!

Worum geht es? Die Gemeindevertretung hat im letzten Jahr beschlossen, dass der Hort und die Grundschule in der Steinschneiderstarße erweitert werden sollen, weil eine Doppelnutzung verschiedener Räume (Nutzung durch Schule und Hort) durch das zuständige Ministerium nicht weiter genehmigt werden wird und ausreichende Kapazitäten ohnehin nicht zur Verfügung stehen. Auf eine Initiative der CDU wurde dann  ein zukunftsweisender Entwurf durch das Architektenbüro ASP aus Berlin entwickelt, der auf 3 Etagen insgesamt 18 Räume für Schule und Hort vorsah. Die Realisierung sollte in zwei Bauabschnitten erfolgen: Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes (Anbau an das Gebäude an der Steinschneiderstraße – darin sollten vier zusätzliche Räume entstehen) sollte der Flachbau abgerissen werden (die darin untergebrachten Kinder sollten in den Anbau des ersten Bauabschnittes ziehen und in das Gebäude am Kreisverkehr). Auf der Fläche des Flachbaus sollte der zweite Bauabschnitt entstehen und die fehlenden Räume beinhalten. Auch Sekretariat und Lehrerzimmer waren darin vorgesehen.

Während einer Elternvertreterversammlung im Januar kochten die Wogen hoch, weil Eltern, Schule und Hort sich in die Pläne der Gemeinde nicht ausreichend eingebunden fühlten und daraufhin andere Ideen zum Ausbau entwickelten. Eine große Delegation suchte daher zwei Tage später die Sitzung der Gemeindevertretung auf und verschaffte sich Gehör. Die dort eigentlich zur Abstimmung vorgesehenen Beschlüsse wurden kurzfristig von der Tagesordnung genommen und eine gemeinsame Sitzung aller Ausschüsse am 08. Februar wurde angesetzt. In dieser gemeinsamen Sitzung sollten die Bedenken der Eltern gehört und diskutiert werden. Bereits eine Woche vorher fand in den Ferien ein Treffen zwischen Verwaltung, Schule, Hort, Politik und dem Architekten statt, damit die Einwände, die durch die Elternschaft schriftlich fixierte, abgearbeitet und möglichst berücksichtigt werden können. Noch am Dienstag – während der Sitzung des Bauausschusses – schien eine Lösung gefunden worden zu sein, mit der offenbar alle Beteiligten gut leben konnten.

Daher staunten gestern Abend in der gemeinsamen Sitzung die Gemeindevertreter, die sachkundigen Einwohner, die Lehrer, die Eltern und die Erzieher nicht schlecht, als der beauftragte Architekt Martin Sellke die überarbeiteten Pläne vorstellte. Jetzt waren die Räume, die eigentlich im 1. Bauabschnitt entstehen sollten und das geplante 3. Obergeschoss verschwunden. Dafür sollte das Gebäude am Kreisverkehr mit seinen vier Räumen in die Gesamtplanung einbezogen werden und eine (wahrscheinlich nicht mehr genehmigungsfähige) Doppelnutzung sollte es auch wieder geben …

Ralf Böttcher (CDU) sichtlich irritiert: „Ich war bei dem Treffen in der letzten Woche dabei, aber das hier ist nicht das was besprochen wurde!“ Auch die übrigen Gemeindevertreter konnten die aktuelle Situation nicht in den Zusammenhang bringen und forderten sehr deutlich dazu auf, dass die Vorgaben der Gemeindevertretung eingehalten und umgesetzt werden sollen. Die Chefin des Dallgower Bauamtes, Sabine Kern, versuchte sich zu rechtfertigen, weil damit die Kosten gesenkt werden können und es ihr nicht klar war, dass eine Doppelnutzung nicht mehr zulässig sein wird!

Doch den Eltern waren diese Aussagen nicht genug, sie wollten Antworten, die sie besonders über den Verbleib der gestrichenen Räume nicht bekamen.

Für den 14. Februar ist die Fortsetzung der gestrigen Sitzung geplant, dort soll dann der überarbeitete Entwurf des Architekten vorgestellt werden. Vielleicht wird das dann vorliegende Ergebnis etwas ruhiger stimmen, schließlich ist dann Valentinstag!

„Es war schon ein skurriler Abend und erinnerte ein wenig an Asterix und Obelix: Alle waren sich einig und alle waren einer Meinung! Alle? Nein, nicht alle …

Es ist mir nicht einleuchtend wie es innerhalb einer Woche dazu kommen konnte, dass der gefundene Konsens ad absurdum geführt wurde. Selbst wenn jemand das Ergebnis anders verstanden hat als alle anderen am Tisch, dann muss trotzdem die Frage gestellt werden: Warum wurden die Planungen anders beauftragt? An dieser Stelle hat sich die Verwaltung weit über ihre Befugnisse hinaus bewegt und Entscheidungen des Souveräns verändert, ohne dazu ermächtigt gewesen zu sein.
Gleich im Anschluß an die Sitzung wurde ich nach den Kosten für die (überflüssigen) Planungen gefragt und wer die wohl zahlen würde ..?! Auch das ist ein Thema, das noch einmal ganz genau betrachtet werden muss!

Was läuft da nur gerade aus dem Ruder..?“

 

 

Schlagworte: , , , , , , , , , , ,

3 Kommentare auf "Erweiterung Grundschule und Hort: Was war das denn…?"

  1. Sven B. sagt:

    Die Verwaltung / Politik soll sich ihr Rathaus bauen, nachdem allen Schulanfängern ein vernünftiger Start ins Schulleben ermöglicht wurde.

    Was sind denn das sonst für merkwürdige Prioritäten?

  2. Heiner Kindinger sagt:

    Ja diese Wirrungen müssen Eltern, Schulleitung und unsere Gemeindevertreter- doch nicht wundern. Dass Teile der Verwaltung, den „Souverän“ und dessen Vorgaben in besonderer Weise „interpretieren“ und eigenwillig umsetzen erleben wir in unserer Gemeinde doch nicht zum erstenmal. Da ist dich die Frage erlaubt wann unsere Gemeindevertreter souverän und konsequent reagieren. Die unerfreuliche Unterbringung unserer Kinder in Schule und Hort im Bereich der Steinschneiderstrasse erfordert das sofortige Umsetzen der getroffenen Beschlüsse.

  3. Sven B. sagt:

    Ich fange mal mit dem Ergebnis meiner Gedanken an:
    Das neue Rathaus sollte in eine neue Schule umgewandelt werden. Planungen lassen sich ändern, mit Ergebnissen muss man leben.

    Es werden Grundstücke verkauft und die Infrastruktur wird darüber vergessen. Familien ziehen nach Dallgow, aber an ausreichend Schulplätze denkt keiner.

    Stattdessen baut man ein neues Rathaus!?
    Welche Prioritäten setzt die Politik hier? Kinder und Familien zuletzt? Dallgow geht es so gut, WEIL Familien herziehen die arbeiten und Steuern zahlen, Häuser bauen.
    Wer soll auf einer Baustelle arbeiten? Verwaltung oder Schulanfänger?
    Beteirs ein KitaPlatz ist in Berlin gratis, in Dallgow kostet er ca. 10.000€ für 3 Jahre und ein Kind. Und dann gehts endlich zur Schule und… die Poituk ist überrascht, das plötzlich mehr Grundschulplätze erforderlich sind als vor dem Verkauf einer Vielzahl von Grundstücken an junge Familien.
    Fazit:

    Die Verwaltung kann umziehen, wenn alle Kinder zur Schule gehen können ohne als Erst- Zwei-oder Drittklässler im Chaos zu versinken.

    Jeden Tag fahre ich an dieser Baustelle (Rathaus) vorbei. Immer diese Ungerechtigkeit vor Augen. Fehlplanung und falsche Prioritäten.

    Baustopp – umplanen – Konsequenzen ziehen.

    Wenn das nicht geht? Was wäre mit einem Schulneubau neben der Kita Wald- und Wiesenstrolche? Oder kommt da auch ein Politik-/Verwaltungsbau hin?

Schreibe einen Kommentar