Anwohner haben sich durchgesetzt, Straßenbau gekippt!

25. Mai 2017 | Von | Kategorie: Neuigkeiten, Standpunkte

Die unbefestigte Straße in der Promenade

Betretene Stille – mehr war in der Gemeindevertretung gestern nicht zu hören. Offenbar waren sich alle nicht ganz klar über die Entscheidung, die dort gerade gefällt wurde. Selbst der Vorsitzende Ralf Böttcher (CDU) war wegen des Ergebnisses so irritiert, dass er vergaß dieses am Ende der Abstimmung zusammenzufassen und direkt zum nächsten Tagesordnungspunkt überging.

Monatelang war um die Ausbauparameter für die Promenade, die Nauener- und die Elsbruchstraße gerungen worden. Diverse Varianten wurden durchgerechnet. Es wurde um Ausbau oder Erschließungskosten gestritten, es wurden Bodengutachten beauftragt und lange und intensive Gespräche mit den Anwohnern geführt. Alles umsonst, denn der Vorschlag der Verwaltung nun endlich auch einige der letzten Straßen in der Gemeinde ordentlich ausbauen zu lassen ist gestern durchgefallen.

Zuvor hatten sich die Anwohner gegen die aus ihrer Ansicht hohen Kosten gewehrt. Berechnungen aus dem Bauamt gingen dabei von bis zu 22.000€ aus, die ein Eigentümer eines 1.000m2 großen Grundstückes möglicherweise hätte aufbringen müssen. Summen, die die Möglichkeiten einiger Anwohner übersteigen sollen.

Alle Fraktionen in der Gemeindevertretung wiesen darauf hin, dass es unstrittig um viel Geld für die Betroffenen gehen würde. Jörg Vahl (CDU) ergänzte: „Aufgrund der einseitigen Bebauung der Straßen  und der fehlenden Möglichkeit der Kommune daran etwas zu ändern, lassen sich die Kosten nicht weiter reduzieren!“ Sein Unionskollege Wolfgang Erdmann führte weiter aus, dass bei dem vorliegenden Baugrund die günstigste Ausbauvariante gewählt wurde.

Noch vor wenigen Tagen wendeten sich alle Anwohner der Nauener Straße schriftlich an die Verwaltung und forderten sie auf, auf den Straßenbau wegen der hohen Kosten gänzlich zu verzichten. Während der Sitzung wiederholten sie diesen Wunsch und stattdessen die „Sandpisten“ regelmäßig zu bearbeiten, damit eine glatte Fläche entsteht, die als Fahrbahn genutzt werden könne. Eine Forderung, die bei der Mehrheit der Gemeindevertreter überraschend Gehör fand.

Der stellvertretende Bürgermeister Peter Kristke machte deutlich, dass über den Ausbau der Straßen nun frühestens in vier Jahren (2021) erneut entschieden werden könne. Ein Anwohner warf darauf ein „dann hätten wir ein Sparziel!“

Damit werden auch die dringend benötigten zusätzlichen Parkplätze am Bahnhof und die Radabstellanlagen nicht realisiert, ebenso wie die geplante kürzere Führung der Fußgänger vom Bahnhof zur Charlottenstraße über die Verlängerung der Nauener Straße.

„Natürlich reden wir über eine große Menge Geld, die die Anwohner aufbringen hätten müssen, aber es ist mir unverständlich, dass gerade die Mehrheit der Gemeindevertreter eine wenig weitsichtige Entscheidung getroffen hat. In einigen Jahren werden die Baukosten nicht fallen und auf die Änderung der Gesetzeslage (die auch ich für überarbeitungswürdig betrachte) zu warten ist ebenso illusorisch wie anzunehmen, dass man damit der Anwohnerschaft einen Gefallen getan hat.

Der schwierige Untergrund wird sich nicht verändern, ebenso das die Straßen nur einseitig bebaut sind. Es ist seit vielen Jahren bekannt, dass das Ziel der Gemeinde ist, dass die ganzen „Sandpisten“ in Dallgow ausgebaut werden sollen, daher halte ich die Aussage eines Anwohners, nun ein Sparziel bis 2021 zu haben, für nicht sinnhaft. Auch für die Eigentümer eines Neubaus muss klar gewesen sein, dass dort noch Kosten auf sie zukommen werden, wenn die Straße vor der Haustür nicht ausgebaut ist. Nun werden die drei Straßen auf Kosten der Allgemeinheit in Stand gehalten, denn die Rechnungen dafür können nicht auf die Anlieger umgelegt werden. Außerdem halte ich die Entscheidung für alle anderen Hauseigentümer, die in den letzten Jahren zur Kasse gebeten wurden und für die es ebenfalls stellenweise schwere Lasten zu stemmen waren, für höchst unfair. Diesen Umstand müssen die Gemeindevertreter, die den Beschluss der Verwaltung ablehnten, erklären wieso sie mit zweierlei Maß urteilen …!“

 

 

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